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Geschichte und Geschichten: Magistrale zwischen Ost und West


Magistrale zwischen Ost und West
Ein Stück Geschichte

Die Potsdamer Straße hat eine wechselvolle Geschichte, die das Stadtbild und die sozialen Milieus bis heute prägen.

Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich das ehemals
vorstädtische Villenviertel zum Mittelpunkt des "alten Ber-
liner Westens". An der Verbindungsstraße zwischen Berlin
und Potsdam, der ehemaligen Potsdamer Chaussee sie-
delten sich Handel, Gewerbe, Vergnügungsetablissements
und auch Kunst- und Auktionshäuser an. Die Magistrale
wurde zum Anziehungspunkt für Künstler und Intellektuelle
der Avantgarde.

Mit den Eingemeindungen 1920 verstärkte sich der Wegzug
Richtung Nollendorfplatz und Kurfürstendamm. Cafés, Res-
taurants und Geschäfte zog es in den "neue Westen", wo
sich bald das Lebensgefühl der "goldenen Zwanziger" im
neuen Schick präsentierte. Richtung Potsdamer Platz war
Berlin vor allem Groß- und Millionenstadt mit einem rasant
wachsenden Verkehrsaufkommen. Auch heute befahren
Tausende Autos täglich die Nord-Süd-Tangente von Schöne-
berg zum Potsdamer Platz. Vor und nach dem zweiten
Weltkrieg entwickelten sich einige Straßenzüge zudem zu
Rotlichtvierteln, eine Situation, die sich bis in die 80er
Jahre verschärfte. Die Drogenszene, Prostitution und die
damit einhergehende Kriminalität belasten das Gebiet bis
heute.

Durch massive Zerstörungen während des zweiten Welt-
kriegs, politische Spaltung und Mauerbau verlor die Straße
nach Kriegsende zunehmend ihre traditionelle Bedeutung.
Zu Westberliner Zeiten entstand das Kulturforum zwischen
Landwehrkanal und Potsdamer Platz mit Philharmonie,
Neuer Nationalgalerie, Staatsbibliothek und Kunstgewerbe-
museum. Der Schöneberger Teil der Potsdamer Straße ent-
wickelte sich in den 80er Jahren zu einer Hochburg der Alter-
nativkultur und der Hausbesetzerszene. Einige Projekte und
Kulturstandorte sind bis heute erhalten.

Nach dem Mauerfall wurde in City-Ost auf der Brache weiter-
gebaut. Es entstanden der Potsdamer Platz, das Sony- und
das Debis-Center. 1998 wurde die Gemäldegalerie am Kultur-
forum fertig gestellt.

Während sich die Stadtentwicklung der 90er Jahre auf die
"neue Mitte" konzentrierte, vollzog sich in Tiergarten Süd ein
rasanter sozialer Abbau, unter anderem verstärkt durch die
Belegung des sozialen Wohnungsbaubestandes mit sozial
Schwachen, mit Spätaussiedlern und mit Flüchtlingen aus
dem Nahen Osten und Jugoslawien.

Seit Ende der 90er Jahre engagieren sich Quartiersmanage-
ments in den Gebieten Tiergarten Süd und Schöneberger
Norden. Initiativen und Netzwerke von Anwohnern, Gewer-
betreibenden, Medien-, Kunst- und Kulturschaffenden sind
entstanden und tragen gemeinsam zur Standortstärkung
und zum Imagewandel bei. Das seit jeher vielfältige Kunst-
und Kulturleben im Gebiet ist hierbei einer der wesentlichen
Standortfaktoren.

 

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  Viele ehemalige Stadtvillen sind heute restauriert

 
  Blick auf das Kulturforum und
Postdamer Platz

 
  Eines der neuen Bürogebäude
in der Pohlstraße